Reise Blog Ostsee

Unsere Herbstreise führte uns vom 6. bis 23. September an die Ostsee um Rügen, Usedom, die polnische Küste, Danzig, Dresden und Děčín  zu besuchen. Dabei legten wir 3760 km,  bei meist schönem Wetter, zurück. Die erhofften "10'000 Kraniche" auf Rügen bekamen wir leider nur im Reiseprospekt zu Gesicht, abgesehen von einem grösseren Trupp weit draussen auf See. Etwas reicher fiel die Ausbeute an Landschaftseindrücken, Städtebesuchen und  Bahnsujets aus. Auf Rügen und Usedom bedienten wir uns, mangels Naturmöglichkeiten,  den zahlreich vorhandenen Campingplätzen. Ansonsten fanden wir immer wieder lauschige Plätzchen in der freien Natur.

 

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6.9.2019: Auf der Fahrt in den Norden galt unser erster Halt dem Bahnhof Grosskorbetha in der Nähe von Leibzig. Nach einem erfolgreichen Shooting übernachteten wir auf einem Parkplatz am nahegelegenen Ostufer des Geiseltalsee am Rande der Kleingartensparte Frohe Zukunft (!). Wir verbrachten eine ruhige Nacht, doch am Morgen wurden wir bald von einem Rollski-Event umringt.


7.9.2019: Fahrt nach Wismar, der Hansestadt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Bei einem Stadtrundgang erwarben wir uns am Hafen das erste Fischbrötchen, das üppig den Bauch füllte.  


7./8.9.2019: Übernachtung auf dem Wohnmobilpark am Sanddornstrand östlich vom Ort Kühlungsborn. Weiterfahrt entlang der Küste um am Strand vom Ostseebad Ahrenshoop die Sonne im Sand zu geniessen. Dies liegt auf der Halbinselkette Fischland-Darss-Zingst am Übergang vom Fischland zum Darss. Erstmals durften wir hier, ungewollt, mit der FKK-Strandszene Bekanntschaft schliessen.


8./9.9.2019: Unser nächste Nacht verbrachten wir in der Regenbogen Ferienanlage von Prerow im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft inmitten einem grossen Föhrenwald.


9.9.2019: Besuch von Schaprode, West-Rügen.  Im Ortskern stehen rohrdachgedeckte Fischerkaten, die zum Teil historische geschnitzte Haustüren aufweisen. An vielen Wänden sind Sprüche angebracht – sowohl in Hochdeutsch als auch in der lokalen Plattsprache. Im Schillings Gasthof genehmigten wir uns einen feinen Cheeseburger von Öhe-Insel-Rindern.

9./10.9.2019: Bei zunehmenden Regenwetter  richteten wir uns für einen Tag auf dem Campingplatz Drewoldke in Altenkirchen ein. Besonders gut gefiel uns auf einer kleinen Rundreise der Ort Binz, das grösste Ostseebad Rügens. Viele schöne Häuser in klassischer Bäderarchitektur zieren die Strassen ... infolge des teils heftigen Regens blieb die Kamera im Auto ... schade.

10./13.2019: Bald lichteten sich die Wolken auf und unsere Fahrt führte uns auf die Halbinsel Usedom nach Trassenheide wo wir drei Nächte auf dem Ostseeblick Camping verbrachten und machten Ausflügen in die nähere Umgebung. Im kleinen Ferienhotel Bernstein in Trassenheide konnten wir erstmals in der Region Rügen/Usedom eine leistungsfähige Internetverbindung, dazu im Gartenrestaurant, nutzen. Dies bewog uns dann, gleich zum Grillabend zu bleiben und liessen uns à discretion für € 13.50 verwöhnen. Die Bedienung äusserst freundlich und aufgestellt, was eher die Ausnahme im Norden der ehemaligen DDR zu sein scheint ... oft unfreundlich und mit Miesepeter-Gesichtern. Den Tag schliessen wir mit einem ausgedehnten Strandspaziergang ab.

Ausflug nach Heringsdorf und Ahlbeck ... Bäderkultur, Strandkörbe, Sand-Kunstwerke.

Ausflug nach Peenemünde ... grosses Spielzeug-Museum, verharmlosende Raketenentwicklung.


13.9.2019: Überfahrt nach Polen ... 2h Wartezeit für 5 Minuten Fahrzeit mit der Fähre in Swinemünde. Auf dem schönen, und zu dieser Jahreszeit wenig belegten, Campingplatz "Pomona" in Niechorze übernachten wir wieder an der Ostsee-Küste.


14./15.9.2019: Auf der Fahrt entlang der Küste fahren wir durch ärmliche Gegenden mit schmalen und schlecht gepflegten Strassen. Mit etwas Glück fanden wir einen schönen Rastplatzs am See (mit zwei tip-top sauberen Wackel-WC)  in der Nähe von Korlino. Sogleich beschliessen wir, hier auch gleich zu übernachten. Ungestört können wir eine ruhige Nacht verbringen und um 6.30 Uhr Richtung Danzig aufzubrechen.


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15.9.2019: Heute Sonntag erreichen wir  kurz nach  9 Uhr Danzig. Wir schlendern gemütlich durch die noch fast leeren Strassen und Gässlein um am Motlawa-Fluss gleich mit einer Bootsfahrt in einem nachgebauten Dreimaster die Westerplatte anzusteuern. Die historische Geschichte der wichtigen Ostsee-Hafenstadt ist hier mit vielen Schautafeln dargestellt. Nach einem einstündigen Aufenthalt schippern wir zurück und geniessen ein Mittagessen an der Flusspromenade.


15./16.9.2019: Die nächste Reiseetappe ist den Bahnfotos geschuldet. Nach einer längeren Fahrt entlang der Bahnlinie Richtung Süden fanden wir in Majewo den idealen Fotoplatz, inklusive Brücke, leichte Kurve und Sonne im Rücken. Nun fehlt nur noch der Übernachtungsplatz, den wir schliesslich am Waldrand auf einem Holzschlagplatz fanden ... am Morgen waren noch mehr Bäume gefällt ... schnarch, schnarch (allfällige Personenhinweise werden nicht veröffentlicht) !


16.9.2019: Weiterfahrt Richtung Posen mit Übernachtung im Vorort Biskupice auf dem Farmer-Campingplatz Wigwam ... zu völlig überhöhten 90 Zloty / € 20, dafür in der Dusche mit vielen ländlichen Mitbewohnern. Doch der Platz ist weit und breit der einzige und der Standplatz gepflegt.


Internet-Foto

Am Abend besuchten wir die Stadt Posen an der Warthe, doch leider verpassten wir mangels Vorbereitungen vieles ... Nachlese Wikipedia: Posen ist bekannt  für die Altstadt mit den im Renaissancestil erbauten Gebäuden am Alten Markt. An der Rathausuhr erscheinen jeden Tag um 12 Uhr zwei Ziegenböcke, die sich mit den Hörnern stoßen. Die im gotischen und barocken Stil erbaute St.-Peter-und-Paul-Kathedrale befindet sich auf der Dominsel ... somit bis zum nächsten Besuch.


17.9.2019: Fahrt nach Rzepin, dem Grenzbahnhof vor Deutschland. Für die Übernachtung wählten wir den Rastplatz am Jezioro Dlugie See zwischen der Stadt und der E30 Autobahn-Auffahrt. Auch hier konnten wir ungestört übernachten und am Morgen den Bahnhof Boczów nochmals inspizieren ... nach zwei Stunden warten ohne Zug mussten wir unverrichteter Dinge abziehen, auch im Bahnhof Rzepin war Stillstand. Wieder einmal einer Streckensperrung zum Opfer gefallen 😢. Zum Glück hatte uns der Vortag reich "beschenkt".

18.9.2019: Weiter geht es Richtung Südwesten und wir stossen unverhofft  in der Lausitz auf die Bahn der  Betreiber ostdeutscher Braunkohletagebaue und -Kraftwerke LEAG,  was natürlich das Fotofieber weckte und selbst Fahrverbote (nur für Landwirtschaftsfahrzeuge resp. LEAG zugelassen) für unseren Camperfahrer keine Hindernisse darstellte ...


Weiter führte uns der Weg ins Elbetal nach Königstein, wo wir im Camping Königstein am Alten Sägewerk 1 für vier Tage Quartier bezogen. Mit einem Platz direkt an der Elbe liessen wir es uns gut gehen und konnten das beruhigende Fliessen der Elbe verinnerlichen. Unsere bierseligen Nachbarn als Fischer und Top-Grillbetreiber  (regelmässiges Nachgiessen von Brandbeschleuniger auf die Holzkohle respektive Bratöl auf Würste und Fleisch) sorgten bei uns für Kopfschütteln, zum Glück mussten wir das Resultat nicht essen ... der Blick in die andere Richtung entschädigte uns dafür mit wunderbarer und farbenfroher Abendstimmung.

19.9.2019: Ausflug ins Kleinod Rathen um einen kleinen Spaziergang durch hübsche Gassen zu unternehmen ... und dem Bäbistuben-Porzellan nicht widerstehen zu können. Leider waren Badewanne, Waschbecken und Toilette schon ausverkauft, so gingen ein Marmorkamin mit Kerzenständer über den Ladentisch ... d.h. auch, Rathen muss wieder einmal auf unserer Reiseroute liegen !


Gegen Abend ist Bahnfotographie an der am Campingplatz vorbei führenden Linie Dresden - Prag angesagt, ein Eldorado für Güterzüge ...

Den 20.9.2019 widmeten wir einem Besuch von Dresden um die klassische Architektur der rekonstruierten Altstadt zu bewundern. Nach der Fahrt mit der S-Bahn von Rathen nach Dresden landeten wir bei der Ankunft mitten in einer Jugend-Klimademo ... ja es war Freitag-Mittag, was sonst. Sehenswürdigkeiten wie Zwinger, Semperoper, Frauenkirche und Residenzschloss waren auf unserem Programm nachdem wir eine hopp-on-hopp-off Bustour durch das ganze Stadtgebiet mit demobedingten Umwegen machten.


 

Geröstetes Schwarzbrot mit süssem Senf bestrichen, Schweinsbraten und Rahmcham-pignons mit Käse überbacken ... so mundet ein lokales Gericht.


Moderne Skulpturen und Fassaden bilden einen Kontrast zu den klassischen Bauwerken. Mit vielen und sehr schönen Eindrücken kehren wir am Abend  in unser Camp zurück.


Am Samstag 21.9.2019 machten wir eine Ausfahrt über Bad Schandau  ins grenznahe Děčín/ Tschechei. Ein Stadtrundgang und Besuch des Schlosses stand auf dem Programm. Besonders ist die 292 m lange und beidseitig mit einer Mauer umgebene Zugang zum Schloss. Die Mauern werden zum Schloss hin immer niedriger, so dass durch eine  optische Täuschung der steile Weg nach oben noch länger wirkt.


... und zum Abschluss der Reise noch ein paar Schnappschüsse von dem wichtigsten Eisenbahn-Grenzübergang Děčín zwischen Deutschland und Tschechien, der Teil der transeuropäischen Verkehrsachse Nord-/Ostsee – Dresden – Prag - Südost-Europa ist. Aufnahmeorte im West- wie Ostbahnhof mit Old- und Newtimern.

22./23.9.2019: Rückreise, einmal Sonne pur - einmal Regen pur, mit Nachtstopp über Ulm in die Schweiz.