Zum vergrössern der Fotos die Bilder anklicken.
Info's zu den besuchten Regionen aus den lokalen Websites und Wikipedia.
Seitendarstellung auf Laptop optimiert.
Fotos copyright by P. Trippi / H. Widrig
Ab dem 20. Mai setzen wir die zweite Reisehälfte Richtung Süden fort.
Die Nacht auf dem Bla Hammer Camping verbrachten wir bei angenehmen 8 Grad Aussentemperatur in unserem Kompakt-Mobilhome. Dank dem sonnig warmen Wetter bleiben wir noch für eine weitere, dritte Übernachtung.
Auf einem Spaziergang erkunden wir das nahe gelegene Örtchen Bud. Dies ist ein Küstendorf in der Kommune Hustadvika in der norwegischen Provinz Møre og Romsdal mit knapp 800 Einwohnern.
Im 16. und 17. Jahrhundert war Bud der größte Handelsplatz zwischen Bergen und Trondheim. 1533 fand im Ort unter Leitung von Erzbischof Olav Engelbrektsson das letzte von Dänemark noch unabhängige norwegische Reichstreffen statt. Während des Zweiten Weltkriegs baute die deutsche Wehrmacht in Bud eine Befestigungsanlage als Teil des Atlantikwalls mit über 200 Anlagen allein in Norwegen.
Aufgrund der Wettersituation (kalte Zone auf unserer geplanten Route über Geiranger-Flam-Geilo-Haukelifjell) ziehen wir es vor, uns direkt an die wärmere Südküste Norwegens via Dombas-Gol-Drammen zu verschieben. Dort erwarten uns vor allem wärmere Nächte und mildere Tagestemperaturen. Dies werden wir in drei Tagesetappen vornehmen.
Über Åndalsnes haben wir das Raumatal angesteuert und auf dem Trollveggen Camping zwischen eindrücklichen Bergflanken (selbst für einen Vättner) übernachtet. Das sich nach unten öffnende Tal zieht sich südlich und dann östlich in die Länge und lässt einem sanft nach Dombås rollen. Kurz darnach zweigten wir ab und nahmen die Fahrt aufs Fjell und weiter bis sich Schnee und weisse Wolken vermischten. Beitostølen an der Route 51 ist das "Grindelwald" dieser Region und offensichtlich die Skidestination. Ausserhalb des Ortes, soweit das Auge reicht, mit Schnee bedeckte Gebirgstäler. Die Talsohle erreicht 1386 m, die Strassen sind von Schneemauern gesäumt. Die Berge reichen über 2200 m. Die Fotos vermitteln nur einen kleinen Eindruck dieser grandiosen und einsamen Landschaft. Nichts ahnend wie weit die Strecke über das Fjell ist hatten wir kurz vor Dombås nochmals getankt ... ohne dies wären wir wohl ohne Tiger im Tank irgendwo im nirgendwo liegen geblieben ...
Die heutige Reise führt uns bis Fagernes. Mit 1983 Einwohnern ist sie der größte und bedeutendste Ort des Valdres und hat Stadtstatus. Hier richten wir uns auf dem fast voll besetzten Riesencamping (rund 200 Plätze) des Ortes ein und erwischen ein schönes Plätzli am See. Die Nacht war bis in die frühen Morgenstunden mit woomm-woomm Autofahrermusik und coolen Motorrad-speed-up untermalt, dennoch eine angenehme Nacht verbracht ... Temperaturen steigen und steigen, am Tag wie in der Nacht.
Bei trübem Wetter aufgestanden und den ganzen Morgen im Regen Richtung Drammen gefahren. Am Nachmittag hellte es auf und ein sonniger Abend begrüsste uns im Drammen Camping.
In Hokksund das "Glasmuseum" besucht, aber eigentlich ein Verkaufsladen für Glaswaren😕(Bilder 1 und 2). Nachdem wir unseren Stellplatz im Camping (Bild 3) bezogen hatten fuhren wir zurück nach Hokksund. Ein Bahnfotostop und Caféhalt mit etwas shopping in der Step-in boutique an der Stasjonsgata eingelegt (Bild 4) ... und die Bahnlinie nach Stavanger, die offiziell für Instandhaltungszecke am Montag gesperrt wird wurde offensichtlich schon am Freitag vorsorglich geschlossen ... eigentlich nichts aussergewöhnliches hier im Norden, dies zum Leidwesen hoffnungsvoller Bahnfotographen.
Auf der Fahrt von Drammen nach Gvarv durchfahren wir Apfelplantagen und Cider-Hersteller. Die Bäume gedeihen in der Region aufgrund der Fjorde, die Licht auf die Hänge reflektieren und die Nähe des Golfstroms. Im Teksten Barnas Camping bei Gvarv checken wir ein. Eine riesige grüne Fläche wo man sich frei hinstellen kann. Die Serviceanlagen sind mässig gut, eine Anlage ist geschlossen. Doch unsere Augen richten sich auf etwas anderes … ein Grosscamper mit Fiat 500 Abart mit Vierfachauspuff … da ist Träumen unvermeidlich. Unsere Diskussion für einen Grosscamper flammt wieder auf … und erlöscht alsbald wie gewohnt.
Auf dem Weg an die Südküste begeben wir uns zuerst auf eine Schleusenfahrt in den Telemarkskanalen mit der DS Victoria, einem ehemaligen Kanaldampfer für den Postverkehr. Die Victoria ging 1882 in Oslo von Stapel. So genossen wir die gemütliche Schleusenfahrt, in Vrangfoss deren fünf Stufen. Um 10:30 in Ulefoss zugestiegen, in Lunde um 13:30 in einen Bus für die Rückfahrt umgestiegen.
Nach einigen „off road“ Fahrten, unser Navi 2011 lässt sich nicht mehr updaten, sind wir in Richtung Kragerø gefahren. Auf dem Lovisenberg Familiencamping (sehr gross aber kaum einen ebenen Platz) bezogen wir unter einer mächtigen Eiche unseren Nächtigungsplatz. Prädikat mittelmässig. Damit geht unsere dritte Ferienwoche zu Ende.
Heute Dienstag, den 26.5., besuchen wir Kragerø an der Südküste. Der Ort ist eine malerische südnorwegische Küstenstadt in der Provinz Telemark. Bekannt als „Perle der Küstenstädte“, verfügt die Gemeinde über einen beeindruckenden Schärengarten mit knapp 500 Inseln, der besonders im Sommer ein beliebtes Ziel für Touristen und Segler ist. Die Stadt liegt am Skagerrak, umgeben von Wäldern und Fjorden.
Für uns ein Stadtbummel wert, beim Stavelin Kaffee und Bäckerei am Kittelsens vei konnten wir nicht ohne Eintreten vorbei gehen … lecker lecker. Viele verwinkelte Ecken laden zum Fotografieren ein, insgesamt kommt der historische Teil nicht an Stavanger heran. Dafür punktet die Stadt mit unzähligen Modegeschäften. Am warmen Spätnachmittag erreichen wir Grimstad um uns dort auf dem schönen und sehr gepflegten Camping Marivold mit (erstmals) T-Shirt dem Nichtstun hinzugeben. Die Hitzewelle aus Mitteleuropa erreicht uns hier mit wolkenlosem Himmel bei 20 bis 22 Grad.
Nach dem Auffüllen der Vorräte begaben wir uns auf einen Stadtbummel in Grimstad, die am Groosefjord zwischen den Städten Arendal und Lillesand liegt. Die Stadt und die Umgebung erstrecken sich auf einem Areal von 950 Millionen Jahre alten rötlichen Granitvorkommen. Im heutigen Zentrum von Grimstad wurden zahlreiche Zeugnisse aus der Zeit der Völkerwanderung und der Wikinger gefunden. Es entstand als Fischerdorf im Mittelalter und wurde erstmals 1528 auf holländischen Karten erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Grimstad 1816. Dieser Ort und seine Lädeli hat uns besser gefallen als Kragerø, welches mehr verwinkelt und weniger gepflegt wirkt. Unterwegs musste natürlich zu einem saftigen Fischbrötchen und einem café latte macchiato caramel dolce gusto (sofern man(n) nicht unter einer Magenentzündung leidet) eingekehrt werden. Fotos bearbeitet, ein Bild von Gemälde aufgenommen.
Zurück auf dem Campingplatz geniessen wir das sommerliche Wetter und machen uns auf die Suche nach einem passenden Haus ... für einmal sind wir uns noch nicht ganz einig, die Preise wären noch zu klären ... wieder einmal Träumen und den nordischen Baustil und die schönen Gärten geniessen, wo Tulpen, Azaleen und Sommerwiesenblumen gleichzeitig blühen ... später lesen wir die Steuersituation in Norwegen nach ... sehr hohe Vermögenssteuern, MWSt bei 25% und die normalen Steuern rund doppelt so hoch wie in der Schweiz 🙄.
Nach der zweiten Nacht im Camping Marivold wieder ein sonniger Tag bei 18 Grad. Heute besuchen wir das kleine Fischerdorf Brekkestø auf der Insel Justøya in der Nähe von Lillesand. Brekkestø entstand Anfang des 17. Jahrhunderts als geschützter Hafen hauptsächlich aufgrund der Bedrohung durch niederländische Piraten und Korsaren. Zur Zeit der Segelschifffahrt im 18. und 19. Jahrhundert war Brekkestø der meistgenutzte Winterhafen an der Südküste des Skagerraks. Heute sind die schmucken Häuschen ein Besuch wert. Das leckere Kulturkaffee mit Bäckerei ist leider nur Sa/So geöffnet. So ziehen wir hungrig weiter ...
Im nahe gelegenen Lillesand finden wir dann was Passendes für uns und kehren im Hos oss Fiskebrygga - Restaurant ein. Dies hat eine tolle Atmosphäre und mit einer grossartigen Aussicht direkt am Meer, im Herzen von Lillesand. Ein feiner Lachs und ein Fish & Chips munden herrlich, eine gute Adresse auch für einen nächsten Besuch.
Nach einer dritten Übernachtung in Grimstad und einem weiteren Fisch-Mittagessen im lokalen Hos Oss erreichen wir am späteren Nachmittag unsere letzte Destination in Südnorwegen: Mandal. Sie ist die südlichste Stadt Norwegens. Sie liegt 45 km westlich von Kristiansand an der Mündung des Flusses Mandalselva in die Nordsee. Einquartiert sind wir im Topcamp der Stadt am "goldenen Sandstrand". Das Ufer bei Mandal besteht im Wesentlichen aus Sand, so dass um 1900 Maßnahmen gegen die Erosion ergriffen werden mussten. In einer großen Aktion wurden Kiefern aus Schottland auf die Sanddünen und die Klippen gepflanzt. Zwischen 1905 und 1935 waren das 100.000 Setzlinge.
Bei dem Stadtbrand von 1810 wurde die alte Steinkirche aus dem 16. Jahrhundert zerstört. Die heutige Mandal-Kirche wurde nach dem Brand von 1810 die im Empire-Stil errichtet und Jahr 1821 fertiggestellt. Sie gilt als größte Holzkirche Norwegens und ist mit 1.800 Sitzplätzen ausgestattet.
Teils diesiges, teils sonniges Wetter bei zunehmendem Westwind und bissigen 18 Grad. Ein Stadtrundgang führt zur Edgar Bakeri, erstmals finden wir hier glutenfreies Brot. Solche Produkte finden sich in Norwegen praktisch nicht, ganz im Gegensatz zu Finnland. Am Sonntag den 31. Mai werden wir um 16:30 das Land per Fähre ab Kristiansand nach Hirtshals verlassen. Die letzten Ferientage verbringen wir noch in Dänemark um dann ab Mitte Woche durch Deutschland zurück zu reisen.
Mit dem Buffet auf der Colorline SuperSpeed 1 schliessen wir den Norwegen-Reiseblog ab.
Rückblick Norwegen 2026:
- Kühles aber meist sonniges Wetter in den ersten 2 1/2 Wochen.
- Die weiteren zwei Wochen merklich wärmer dank geändertem, südlicherem Routenplan.
- Ausser ein wenig Nieselregen und 1/2 Tag Regen immer gutes Wetter.
- Für den letzten Tag mit der Rückreise nach Dänemark noch ein Regentag.
- Die Küstenstädte Kagero, Grimstadt, Lillesund und Mandal sind besuchenswert, unser Favorit ist Grimstadt.
- Die besten besuchten Campings sind Aglen Camping & Bobilparkering , Blåhammer Camping und Marivold Camping Grimstad .
- Der landschaftlich schönste Stellplatz hatten wir am Brattjerfjorden.
- Das Reise-highlight war der Nationalfeiertag und das anschliessende Buffet im Hovde Gård - Hotel.
- In Norwegen nach wie vor eine entspannte Fahrweise, meistens 80 km/h, ebenso auf richtungsgetrennten Strassen. Innerorts vielfach 40 km/h.
- Auf den E-Strassen sind die Zahlstellen zahlreich, wohl diesmal unsere teuerste Reise (epass24).
- In Städten abends und nachts Motorradlärm und Autoposer mit toller boom-boom Musik (für uns neu).